Mit humorvollen Rückblicken, berührenden Erinnerungen, aber auch ernsten Worten mit Blick auf Gegenwart und Zukunft feierte am Freitag das Familienbildungswerk (FBW) sein 70-jähriges Bestehen. Im Aktiv- und Stadtteiltreff Wersten kamen Mitarbeitende, Weggefährt*innen und Gratulant*innen zusammen, um eine der größten Einrichtungen der AWO Düsseldorf zu würdigen und die Meilensteine ihrer Entwicklung ins Gedächtnis zu rufen.
Neben der Vorstandsvorsitzenden der AWO Düsseldorf, Marion Warden, sprachen die stellvertretende Präsidiumsvorsitzende Klaudia Zepuntke, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der Ehrenvorsitzende des Präsidiums der AWO Düsseldorf, Karl-Josef Keil, und Manuel Becker, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft AWO NRW, moderiert von Julia Sadlo, Leiterin des FBW.
Die Redner*innen betonten, allenfalls Ausschnitte aufgreifen zu können, denn mit 70 Jahren kann das Familienbildungswerk auf eine lange Geschichte zurückblicken: 1956 als „Arbeitsgemeinschaft Mütterbildung“ gegründet, standen in den ersten Jahren Hauswirtschaft und Kindererziehung im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahre rückte immer mehr die gesamte Familie in den Mittelpunkt, 1972 folgte die Umbenennung in Familienbildungswerk, 1977 die Anerkennung als Bildungsträger.
Vorstandsvorsitzende Marion Warden würdigte die Pionierarbeit, die das FBW als erster Weiterbildungsträger in Düsseldorf geleistet hat. „70 Jahre Familienbildungswerk, das ist nicht nur eine Zahl, es ist die Geschichte einer Einrichtung, die sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert hat, weil sich auch das Leben von Familien in unserer Stadt verändert hat.“ Das FBW habe sich immer konsequent an den Bedürfnissen der Familien orientiert. „70 Jahre FBW erzählt auch eine Geschichte unserer AWO Düsseldorf.“ Und diese sei eine feste Säule der Demokratie.
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche hob die Bedeutung sozialer Orte in den Stadtteilen hervor und dankte der AWO für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, auch vor dem Hintergrund schwieriger werdender sozialer und finanzieller Diskussionen in Düsseldorf. „70 Jahre Familienbildungswerk der AWO Düsseldorf, das ist auch 70 Jahre Partnerschaft mit der Stadtverwaltung Düsseldorf.“ Man werde weiterhin partnerschaftlich und vertrauensvoll die sozialen Orte im Blick halten und Probleme gemeinsam lösen. Denn für eine demokratische Stadt dürfe das Soziale nie aus dem Blickfeld geraten.
Das Familienbildungswerk ist in sechs Stadtteilen mit Familientreffs vertreten, die sich im Anschluss an die Grußworte vorstellten: Mit Geschichten, Gedichten und Berichten aus dem Familientreff Holthausen, dem Aktiv- und Stadtteiltreff Wersten, dem Michaelshaus Lierenfeld, dem Familientreff Eller, dem Familientreff Derendorf und dem Familientreff Bilk. Der ist nicht nur die erste Einrichtung dieser Art der AWO Düsseldorf, sondern in ganz Düsseldorf und NRW. Die Kolleginnen betonten ebenfalls die Funktion sozialer Orte: „Die Menschen bekommen bei uns Zusammenhalt und Unterstützung. Wir haben so eine große Vielfalt von Menschen hier und alle treffen sich mit den gleichen Themen. Wir sind ein kleiner Ort gelebter Demokratie.“
Im Anschluss trat der Illustrator und Autor Martin Baltscheit auf und entwickelte in einem Zeichenworkshop mit den Gästen das Maskottchen „Eierlegendewollmilchsau“. Nach dem offiziellen Teil ging es bei Sonnenschein auf das Außengelände, wo schon „Downtown Waffles“, Getränke und Musik warteten und die Gespräche über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Familienbildungswerks fortgesetzt wurden.