KiBiz-Reform: Qualität in Kitas darf nicht verschlechtert werden

Freie Wohlfahrtspflege NRW warnt vor Rückschritten bei Betreuung, Finanzierung und Inklusion

Ein junger Erzieher setzt zwei kleine Mädchen in einer Kita auf eine Nest-Schaukel.

 

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW ist ein Zusammenschluss der großen Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen und vertritt den Großteil der Kindertageseinrichtungen im Land. Auch wir als AWO sind Teil dieser Arbeitsgemeinschaft. Im Zuge der geplanten Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wird deutlich: Der aktuelle Entwurf droht, bestehende Standards zu verschlechtern. Zwar wird der Austausch mit Landesregierung und demokratischen Fraktionen als konstruktiv bewertet, gleichzeitig zeigen sich jedoch deutliche Zielkonflikte zwischen dem Anspruch an gute Bildungsarbeit, verlässlichen Öffnungszeiten und einer weiterhin angespannten finanziellen Situation vieler Einrichtungen.

Kritisch gesehen werden insbesondere:

  • Kern- und Randzeiten: Bildung, Erziehung und Betreuung finden über den gesamten Kita-Tag hinweg statt. Eine Aufteilung in unterschiedlich gewichtete Zeiten wird fachlich abgelehnt.
  • Neue Buchungszeiten: Zusätzliche Betreuungsumfänge erhöhen die organisatorische Komplexität, erschweren stabile Beziehungen für Kinder und bergen finanzielle Risiken für Träger.
  • Größere Gruppen: Eine Ausweitung der Gruppengrößen würde die Qualität der Betreuung weiter senken und Kinder sowie Fachkräfte zusätzlich belasten.
  • Inklusion: Ansätze sind vorhanden, bleiben jedoch hinter den Anforderungen zurück, insbesondere bei Finanzierung, Personal und Ausstattung.

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW setzt sich im weiteren Verfahren dafür ein, dass ein überarbeitetes KiBiz die bestehenden Standards mindestens sichert und perspektivisch verbessert.

 

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