Demokratie beginnt nicht erst an der Wahlurne. Sie beginnt im Alltag, in der Schule und längst auch im digitalen Raum. Beim 4. Paul-Gerlach-Forum „Medien. Demokratie. Bildung." im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf diskutierten Schüler*innen der Josef-Beuys-Schule und der Hulda-Pankok-Schule mit Fachleuten aus Jugendmedienschutz, politischer Bildung und Präventionsarbeit, wie junge Menschen eine eigene Meinung bilden und sich selbstbestimmt im Netz bewegen können.
Auf dem Podium: Jochen Ott MdL, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen, Svenja Förster, Expertin für Jugendmedienschutz und Medienprävention bei der AWO Düsseldorf, Dr. Karina Hauke-Hohl von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, Sebastian Salzmann, Koordinator des Präventionsbereichs SABRA (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus), sowie Anna Schlieck, Leiterin der Bildungsarbeit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf. Moderation: Katharina Knoll.
Marion Warden, Vorstandsvorsitzende der AWO Düsseldorf, warb in ihrer Begrüßung dafür, Demokratie nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern jungen Menschen Räume für politische Bildung und Beteiligung zu eröffnen. „Man muss sie vor allen Dingen schätzen lernen", sagte Warden mit Blick auf die Demokratie.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Demokratiebildung in einer von sozialen Medien geprägten Lebenswelt gelingen kann. Dr. Karina Hauke-Hohl brachte das Verhältnis von Demokratie und eigener Verantwortung in ein einprägsames Bild: „Demokratie ist kein Hotel, es ist ein Zuhause, in dem ich selber verantwortlich bin, dass es in diesem Zuhause gut ist und ich mich dort wohlfühle." Demokratie, so der Konsens des Podiums, wird nicht allein durch Wissen über Parlamente und Wahlen vermittelt. Junge Menschen müssen erfahren, dass ihre Meinung zählt und dass sie mitgestalten können.
Die Diskussion zeigte: Medienkompetenz ist heute ein wesentlicher Teil von Demokratiebildung. Wer sich in digitalen Räumen bewegt, muss Informationen einordnen und hinterfragen können. Medienbildung und Demokratiebildung können gelingen, wenn man sich auf junge Menschen einlässt, ihnen echte Mitbestimmung erlaubt und ihnen Orte bietet, an denen sie Demokratie praktisch erleben und mitgestalten können.
Über das Paul-Gerlach-Forum
Das Paul-Gerlach-Forum wird von der AWO Düsseldorf, der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gemeinsam veranstaltet. Es erinnert an Paul Gerlach, Mitbegründer der AWO Düsseldorf und Opfer des Nationalsozialismus, und ist als regelmäßiges Format der politischen Bildung konzipiert.