Perspektiven für Geduldete schaffen

AWO-Projekt „Startchance“: Anwalt hilft ehrenamtlich

Die Motivation ist klar: „Ich habe das Glück, Beruf und ehrenamtliches Engagement miteinander kombinieren zu können“, sagt Simon Sonnenberg. Seit 2019 arbeitet der Düsseldorfer Rechtsanwalt ehrenamtlich für die „Startchance“. Das Projekt der AWO Düsseldorf richtet sich an geflüchtete junge Menschen im Alter bis zu 27 Jahren, die keinen geklärten Aufenthaltsstatus oder eine schlechte Bleibeperspektive haben. 

„Durch das Engagement von Herrn Sonnenberg haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ohne Kosten rechtlich intensiv unterstützen zu lassen“, so AWO-Projektleiterin Gabriele Schmitz. „Im vergangenen Jahr hat er es beispielsweise geschafft, für einen jungen Mann mit sehr schwierigem Asylverfahren die Ausbildungsduldung zu bekommen. Der ganze Prozess hat fast zwölf Monate gedauert.“

Aktuell kümmert sich der Düsseldorfer Anwalt um sechs Teilnehmende, bei fünf geht es um Ausbildungsduldungen. „Leider ist die Politik nicht immer willens oder in der Lage, die nötige Hilfe für Bedürftige zu bieten. Hier leisten Ehrenamtliche einen wertvollen Beitrag“, sagt Sonnenberg.

Durch die Hilfe des Anwalts erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Zugang zum deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu bekommen. „Das ist insbesondere für Flüchtlinge mit einer Duldung sonst fast unmöglich“, ergänzt Projektmitarbeiterin Mariam Khachab. Ein großer Vorteil sei, dass Simon Sonnenberg bei Fragen und Problemen auch kurzfristig erreichbar ist und direkten Kontakt zur Ausländerbehörde hat.

Seine Motivation für die Arbeit bei der „Startchance“ umschreibt Sonnenberg so: „Ich wollte und will diese Gleichheit der Gewichte herstellen, um den Ausländer*innen zu helfen, die sich im Projekt ,Startchance‘ engagieren. Ich halte das Projekt für sehr sinnvoll, da es den Menschen die erforderliche Unterstützung und die Perspektive gibt, in das Erwerbsleben einzusteigen, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen und ein sicheres Aufenthaltsrecht zu erwerben, das eine Lebensplanung erlaubt. Nicht zuletzt leisten wir damit einen Betrag gegen den Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt.“

Der Anwalt begleitet die Teilnehmenden zu Gerichtsterminen und geht, wenn offene Fragen vorhanden sind, auch mit zur Ausländerbehörde. „Ausbildungsverhältnisse beginnen nun einmal zu bestimmten festen Terminen. Werden diese weit überschritten, ist das Ausbildungsjahr für den Kunden gelaufen“, sagt Sonnenberg.

Ein Hauptaugenmerk Sonnenbergs liegt somit auf der Zusammenarbeit mit der Ausländerbörde – „gerade wenn man bedenkt, welches Engagement durch die AWO, den Ausbildungsbetrieb und den Flüchtling dahinterstecken und wieviel für die Beteiligten jeweils auf dem Spiel steht.“

Auch durch die ehrenamtliche Arbeit des Anwalts wird es den Teilnehmenden der „Startchance“ ermöglicht, eine Perspektive in Deutschland aufbauen, betont Gabriele Schmitz. Bewegend, so Sonnenberg, sei letztlich jeder einzelne Fall, weil vom Ergebnis sehr viel für die Zukunft abhänge. „Die Freude und das Strahlen des Kunden bei Erhalt einer guten Nachricht sind immer wieder großartig.“

Infos zum AWO-Projekt „Startchance“ unter https://www.awo-duesseldorf.de/migration/beratung/orientierung/

 

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