Gewalt gegen Frauen: Mehr Schutz in Pandemiezeiten

Internationales Frauenhaus der AWO: Forderung nach kostenlosen Testungen und zusätzlichem Personal

Die Gewalt unter Partnern steigt in der Corona-Krise an. Gerade dem Schutz vor Frauen gegen Gewalt kommt dabei große Bedeutung zu. „Frauengewaltschutz muss auch in Pandemiezeiten gewährleistet werden“, erklärt Silvia Röck, Leiterin des Internationalen Frauenhauses der AWO Düsseldorf. „Zudem fordern wir eine sofortige und kostenlose Testung vor der Aufnahme im Frauenhaus, um Infektionen des Teams und der anderen Bewohnerinnen zu vermeiden.“

Während der Wartezeit auf das Testergebnis müsse eine Möglichkeit geschaffen werden, um die Frauen und Kinder sicher unterzubringen. Das bedeute auch, dass eine qualifizierte Betreuung außerhalb des Frauenhauses zusätzlich finanziert werde. Der steigende Arbeitsaufwand erfordere auch personelle Ressourcen, so Silvia Röck. Durch die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, müssten die Arbeitsabläufe umstrukturiert werden. Dies führe zu deutlichem Mehraufwand. „Wir bräuchten einfach mehr Personal, um unsere Arbeit auch in Corona-Zeiten sicherzustellen“, so Röck weiter. Für Frauen und ihre mit betroffenen Kinder sei es gerade in diesen Zeiten wichtig zu wissen, dass Beratung, Schutz und Hilfe jederzeit garantiert würden.

Wie groß die Not ist, zeigen aktuelle Untersuchungen wie die „Kriminalstatistische Auswertung Partnerschaftsgewalt“ des Bundeskriminalamtes. Danach ist die Zahl von Mord und Totschlag, Sexualdelikten, Körperverletzungen oder Stalking in (Ex-) Paarbeziehungen bereits im Jahr 2019 und damit vor Corona auf hohem Niveau leicht gestiegen. Und: Nach wie vor gibt es in diesem Bereich eine hohe Dunkelziffer. (Foto: kws)

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