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Gemeinsam anders. Zusammen sozial.

Brasilien in Oberbilk

Superstars der Streetart-Szene schaffen Wandbild am AWO-Gebäude

Mitten auf der Oberbilker Allee gibt es ein neues, haushohes Wandbild. Und es sind nicht irgendwelche Künstler, die dort in den vergangenen Tagen mit dem Steiger hoch- und runtergefahren sind. Tatsächlich handelt es sich bei den Herren um die Os Gêmeos, das Künstler-Zwillingspaar aus Sao Paulo, Brasilien. Die Brüder sind eigentlich bis 2020 ausgebucht, haben aber für das neue Werk eine Ausnahme gemacht. "Wir fühlen uns in Düsseldorf besonders warmherzig empfangen, deshalb kommen wir so gern her", betonen sie. Am Freitag, 15. Juni, wurde das Kunstwerk der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Einweihungsfest kamen die Künstler, die mit bürgerlichem Namen Otávio und Gustavo Pandolfo heißen, Eve und Vera Sattler vom Verein Düsseldorfer Künstler, Marion Warden, Kreisgeschäftsführerin der AWO Düsseldorf und Kunsthistoriker Peter Michalski.

Es ist nicht vermessen zu sagen, dass sie die Superstars der internationalen Street-Art sind und in diesem Bereich zu den Top 5 weltweit zählen. Ihre Wandbilder lassen sich unter anderem in Athen, Berlin, Boston, Glasgow, Los Angeles, San Francisco und Stockholm finden. Gleich mehrere können in New York City betrachtet werden. Und nun auch in Düsseldorf. Das aktuelle Kunstwerk entsteht an der Fassade des Gebäudes der Jugendberatung der AWO Familienglobus gGmbH an der Oberbilker Allee 287.

Eingeladen wurden die brasilianischen Künstler durch das „Mauerwerk-Projekt für Kunst im öffentlichen Raum“. Unter diesem Logo arbeiten Eve und Vera Sattler von dem Verein Düsseldorfer Künstler e.V. zusammen mit dem Kunsthistoriker Peter Michalski und dem Künstler Ben Mathis. Die vier Düsseldorfer sind stolz darauf, dass sie die berühmten Gäste aus Südamerika in die Landeshauptstadt bringen konnten. „International rangiert Düsseldorf eher auf den mittleren Plätzen, wenn es um Streetart und Mural-Kunst geht. Daran wollten wir etwas ändern. Das Werk der Os Gêmeos ist ein fantastischer Auftakt für dieses Projekt“, sagt Peter Michalski.

Projektpartner ist die AWO Düsseldorf. Das aktuelle Kunstwerk entsteht an der Fassade des Gebäudes der Jugendberatung der AWO. Dort finden junge Menschen im Alter von 14 bis 26 Jahren Hilfe, die in der Krise sind, Stress haben, vertraulich reden wollen. Ihre Lebenswirklichkeit ist eng verknüpft mit der Themenwelt der Künstler.

Kreisgeschäftsführerin Marion Warden ist stolz auf das Projekt: „Wir freuen uns über diese gelungene Kooperation. Das Kunstwerk von Os Gêmeos gibt in besonderer Weise wieder, wofür unsere Jugendberatung steht: schutzbedürftigen und ratsuchenden jungen Menschen eine Hand zu reichen, damit sie ihr Dasein meistern.“ (Fotos: kok)

Das entstandene Wandbild ist ein typischer Os Gêmeos. Ihre Werke sind immer erzählerisch und zeugen von einer Traumwelt, die sich in den Köpfen der beiden Brüder entwickelt hat. Dabei vereinen sie brasilianische Volkskunst und Mythologie mit Einflüssen aus der Hip-Hop-Kultur. Heraus dabei kommt eine malerische Sprache, die mal als surreal, mal als poetische Vision beschrieben wird. Nichtsdestotrotz kennen sie die harte Realität ihrer Heimatstadt und verarbeiten auch diese Eindrücke in ihrer Kunst. So auch hier.

Artikel erstellt am: 14.06.2018

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