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Gemeinsam anders. Zusammen sozial.

Den Blick schärfen

Fachtagung Strukturelle Diskriminierung an der HSD

(ewh) Strukturelle Diskriminierung und Rassismus in Institutionen und im Alltag der Sozialen Arbeit und Bildung standen Anfang März im Mittelpunkt einer zweitägigen Veranstaltung des Fachbereichs Sozial-und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf (HSD). Die Tagung hatte zum Ziel, einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu ermöglichen und richtete sich an Mitarbeiter*innen aus unterschiedlichen Institutionen und Bereichen der Sozialen Arbeit und Bildung sowie Wissenschaft und Hochschulen.


AWO-Kreisgeschäftsführer Michael Kipshagen erläuterte bei seinem Grußwort, dass Diversity und interkulturelle Öffnung in der Verbandsstrategie der AWO Düsseldorf verankert ist. (Fotos: Sugata Tyler)

In seinem Grußwort zur Eröffnung der Tagung wies Michael Kipshagen, Kreisgeschäftsführer der AWO Düsseldorf, auf die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema hin: „Rassismus und Diskriminierung sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Um sie abzubauen ist es unverzichtbar, sich eigenen Rassismen zu stellen und sich ‚an die eigene Nase zu fassen’. Denn letztlich geht es darum, Haltungen zu leben und Strukturen zu schaffen, in denen Respekt und Wertschätzung keine Lippenbekenntnisse, sondern selbstverständlich sind.“

Im Rahmen eines Panels stellte Ataman Yildirim, Mitarbeiter der Integrationsagentur der AWO Düsseldorf, die Arbeit der Integrationsagenturen auf NRW-Ebene und die Schwerpunkte seiner Arbeit dar. Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierungsarbeit sind die Schwerpunkte der täglichen Arbeit der AWO-Integrationsagentur.

Auffällig sei, so Yildirim, dass trotz der vielfältigen Angebote Migrant*innen oft Schwierigkeiten haben, Zugang zu passenden Integrationsangeboten finden. Ataman Yildirim erläutert: „Je mehr sich Migrant*innen um soziale Teilhabe bemühen, beispielsweise wenn es um die Integration auf dem Arbeitsmarkt geht, nehmen Diskriminierungserfahrungen zu. Yildirim bestärkte Migrant*innen, stärker für ihre Rechte einzustehen und forderte die zuständigen Institutionen auf, ihre bestehenden Angebote im Hinblick auf interkulturelle Öffnung zu hinterfragen.

Die rund 200 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis nutzten die Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und diskutierten kontrovers über Möglichkeiten und Grenzen, auch in Bezug auf ihre jeweiligen Arbeitsbereiche und Praxisfelder.
„Genaues Hinschauen und Probleme vor Ort zu reflektieren ist enorm wichtig. Jede Einrichtung muss sich dem Thema Diskriminierung stellen.“ Yildirim betonte, dass Erfahrungen von Diskriminierung und Rassismus in Betrieben offen kommuniziert werden müssen. „Betroffene thematisieren ihre Erfahrungen oft nicht, sie schweigen lieber.“ Dabei sei das Ausmaß der Folgen und Wirkung von Diskriminierungen bei den Betroffenen nicht zu unterschätzen.

Am Stand des „Worldcafés“ erarbeitete Ataman Yildirim mit den Teilnehmenden Möglichkeiten der aktiven Gestaltung von Antidiskriminierungsarbeit. Ideen und Vorschläge für Gegenmaßnahmen wurden gesammelt und ausgewertet. Dabei wurde deutlich, dass die Haltung der einzelnen Mitarbeiter*innen eine zentrale Rolle spielt. Wenn diese nicht reflektiert wird, können interkulturelle Schulungen und Seminare nur bedingt greifen. Denn: „Nur ein offenes Herz kennt keinen Rassismus“, so Ataman Yildirim.


Ataman Yildirim, Mitarbeiter der Integrationsagentur der AWO Düsseldorf, erläutert seine tägliche Arbeit im Rahmen des Panels „Durch die Lupe betrachtet. Integrationsarbeit / Integrationsagenturen“.

Artikel erstellt am: 14.03.2018

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