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Gemeinsam anders. Zusammen sozial.

Gestern Azubi im BBZ, heute Firmenchefin

AWO Berufsbildungszentrum organisierte erfolgreich Azubimesse

(keh) Jessica Ender hat ihren Traumjob gefunden: Nach erfolgreicher Gesellenprüfung hat sie vier Jahre als angestellte Floristin gearbeitet. Im vergangenen August packte sie die Gelegenheit beim Schopf und mache sich mit einem eigenen Blumenladen selbstständig.  „Ohne die Unterstützung des AWO Berufsbildungszentrums hätte ich das sicher nicht geschafft“, sagt die  25-Jährige.

Jessica Ender hat ihre Floristik-Ausbildung im BBZ begonnen und ist heute stolze Besitzerin eines eigenen Blumenladens. Gerne erinnerst sie sich an die Zeit im BBZ zurück. (Fotos: kws)

Jessica Ender hatte ihre Floristik-Ausbildung im BBZ begonnen, war dann in einen externen Ausbildungsbetrieb gewechselt. Aufgrund einer  schweren Erkrankung konnte die ihre Ausbildung dort aber nicht zu Ende führen. Mit Unterstützung des Berufsbildungszentrums holte sie den versäumten Lehrstoff nach und  konnte sich schließlich doch noch zur Gesellenprüfung anmelden. Diese bestand sie mit Bravour. Bei der dritten Azubi-Messe im AWO-Berufsbildungszentrum (BBZ)  am Flinger Broich war Jessica Ender vor Ort und berichtete über ihre Erfahrungen.

Gemeinsam für bessere Ausbildungs- und Berufschancen für junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund: (v.l.) BBZ-Geschäftsführer Wolfgang Förster, Katrin Kühnast, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Düsseldorf, und Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, Beigeordneter der Landeshauptstadt. Er überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister Thomas Geisel, der die Schirmherrschaft für die Azubi-Messe übernommen hatte.

Unter dem Motto „Hallo Chefin – Hallo Chef“ und unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Geisel organisierte das BBZ diese Messe abermals gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Düsseldorf.  Ziel der Messe ist es, Personalverantwortlichen aus Düsseldorf und Umgebung die Möglichkeit zu geben, sich in den Werkstätten des BBZ ein Bild von ihren potentiellen Auszubildenden und ihren künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu machen. Zudem informierte das Fachpersonal des BBZ über Unterstützungsangebote, die den Betrieben vor Ort bei Bedarf zusätzliche Hilfestellung bieten.

Die Verbesserung der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund undvon jungen Geflüchteten stand in diesem Jahr im Zentrum der Ausbildungsmesse. Als Träger der KAUSA Servicestelle in der Landeshauptstadt sowie als Träger mehrerer Ausbildungs- und Orientierungsmaßnahmen speziell für Geflüchtete  ist das AWO Berufsbildungszentrum einer der wichtigsten Akteure in der Landeshauptstadt für diesen Personenkreis.

„Wir warten nicht, bis die Betriebe auf uns zukommen. Wir gehen auf die Betriebe zu, damit die jungen Menschen, die bei uns auf eine Ausbildung vorbereitet werden oder eine Ausbildung absolvieren, auch tatsächlich den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen“, erklärt BBZ-Geschäftsführer Wolfgang Förster.

Bevor Wolfang Förster die dritte Azubi-Messe offiziell eröffnete, hatte er zu einem Pressegespräch geladen. An dem Gespräch nahmen auch junge Menschen mit Migrationshintergrund teil, die auf ihrem Weg in die Arbeitswelt vom BBZ unterstützt wurden und mittlerweile ihren Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden haben.

Andreas Heller (l.), Mitarbeiter der Post, ist mit zuständig für die Ausbildung des ehemaligen „BBZ-Schützlings“ Anthony Backes (r.). Er macht bei dem „Gelben Riesen“ eine Ausbildung zum Informatikkaufmann.

Zum Beispiel Anthony Backes. Der 22-jährige hat an der BBZ-Maßnahme „Aktiv ins Berufsleben starten“ teilgenommen.  Auf der Azubi-Messe in 2016 kam er mit dem Ausbildungsleiter der Deutschen Post AG ins Gespräch und schickte ihm daraufhin seine Bewerbung. Heute macht er bei dem „Gelben Riesen“ eine Ausbildung zum Informatikkaufmann. „Der Anthony macht gute Fortschritte. Wir sind froh, dass wir ihn im Team haben“, erklärt Post-Mitarbeiter Andreas Heller, der Anthony Backes während der Ausbildung betreut.

Ralf Moonen (r.), Chef der gleichnamigen Kfz-Werkstatt, ist voll des Lobes für seinen Gesellen Nexhmi Pajaziti (l.). Mit Unterstützung des BBZ hat dieser alle schulischen Hürden genommen und steht nun mit beiden Beinen fest im Arbeitsleben.

Oder der 25-jährige Nexhmi Pajaziti. Der gebürtige Albaner kam vor 15 Jahren nach Deutschland.  Als er in der Schule nicht mehr mitkam und sein Abschluss in Gefahr war, stand ein Mitarbeiter aus dem AWO-Projekt „Berufseinstiegsbegleitung“ ihm bei und unterstützte ihn. Pajaziti schaffte seinen Schulabschluss und begann eine Lehre in der Kfz-Werkstatt von Ralf Moonen. Auch hier lief zunächst nicht alles glatt. Die Fachkräfte aus dem BBZ-Projekt „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ unterstützen den jungen Mann und gingen mit ihm nochmals den Lehrstoff durch. Mit Erfolg:  Nexhmi Pajaziti bestand seine Gesellenprüfung und hat nun eine Festanstellung als Geselle in der Kfz-Werkstatt.

Beim Pressegespräch lobte Ralf Moonen seinen Mitarbeiter als höflichen, freundlichen und arbeitswilligen jungen Mann: „Da stimmt einfach die Chemie. Nexhmi ist sehr aufgeschlossen und interessiert sich wirklich für seine Arbeit.“  Generell, so Moonen weiter, sei er sehr zufrieden mit den jungen Leuten, die im BBZ auf die Ausbildung vorbereitet werden: „Ich habe durchweg nur gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Die wissen, worauf es ankommt. Sie sind fachlich gut vorbereitet und setzen sich unheimlich ein“, so Moonen weiter. Deshalb sei er auch diesmal wieder auf der Azubi-Messe, um nach weiterem Personal für seinen Betrieb Ausschau zu halten.

Mit BBZ-Unterstützung in die berufliche Zukunft: Sarah Mazlout (unten links) und ihre Ausbilderin Silka Wellenberg (2. Reihe links)  Anthony Backes (Bildmitte) und Andreas Heller von der Deutschen Post AG,  unten rechts Nexhmi Pajaziti. Oberste Reihe von links: Ralf Moonen, Haydarcan Yigit, der bei der Rheinbahn eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik absolviert, und sein Ausbilder Thomas Herrmann.

Aus diesem Grund war auch Silka Wellenberg zum Flinger Broich gekommen. Die Friseurmeisterin mit eigenem Salon in Lörick hat mit Sarah Mazlout bereits einen Azubi aus dem BBZ zur Gesellenprüfung geführt. Heute arbeitet die 22-Jährige tunesischer Herkunft als Gesellin in ihrem Betrieb. „Die Kooperation mit dem BBZ war einmalig. Die sind von sich aus immer wieder auf mich zugekommen, um sich nach dem Fortgang der Ausbildung zu erkundigen. Und auch Sarah leistet sehr gute Arbeit“, so Silka Wellenberg.

Davon ist übrigens auch Karl-Josef Keil überzeugt. Der  Kreisvorsitzende der AWO Düsseldorf ist schon seit Jahren Kunde von Silka Wellendorf. Mittlerweile lässt er sich die Haare vom ehemaligen BBZ-Azubi  Sarah Mazlout schneiden.

Artikel erstellt am: 10.03.2017

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