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Gemeinsam anders. Zusammen sozial.

„Brücken bauen – kultursensibel helfen“

Demenz: Ansprechpartner für Menschen mit Migrationshintergrund

(keh/mb) In Düsseldorf leben zurzeit etwa 12.000 demenzkranke Menschen, davon haben rund 2600 einen Migrationshintergrund. Viele Familien mit Zuwanderungsgeschichte nehmen bei beginnender Demenzsymptomatik eines Angehörigen keine professionellen Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch. Wenn sie Hilfe benötigen, wenden sie sich häufig an Personen mit einer vergleichbaren kulturellen Herkunft, beispielsweise an Ataman Yildirim, Mitarbeiter der Integrationsagentur der AWO Familienglobus gGmbH. Yildirim hat das Problem seit langem erkannt und bereits entsprechende Informationsveranstaltungen für Migrantinnen und Migranten zum Thema Demenz  organisiert. Auch an der Konzeption des Projekts "Brücken bauen - kultursensibel helfen" hat Ataman Yildirim mitgewirkt und konnte mehrere Ehrenamtliche für das Projekt gewinnen.

Bei diesem deutschlandweit einzigartigen Qualifizierungskurs wurden von November 2016 bis Januar 2017 insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult, um zum Thema Demenz erste Auskünfte in der Herkunftssprache zu geben und Beratungs- und Unterstützungsangebote zu vermitteln.


 
Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (5.v.l.) und Roland Buschhausen (3.v.l.), Leiter des Amtes für soziale Sicherung und Integration, mit den Brückenbauerinnen für Arabisch, Serbokroatisch und Türkisch. AWO-Mitarbeiter Ataman Yildirim hat die Frauen zur Teilnahme an dem Projekt motiviert. (Foto: Ursula Kieninger)

Die ehrenamtlichen Brückenbauerinnen und -bauer bekamen nun von Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke und Roland Buschhausen, Leiter des Amtes für soziale Sicherung und Integration, ihre Zertifikate überreicht. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen haben somit in Düsseldorf ab sofort eine erste Kontaktperson, die Arabisch, Dari, Farsi, Griechisch, Kurdisch, Paschto, Persisch, Serbokroatisch, Spanisch oder Türkisch spricht.

"Die Brückenbauerinnen und Brückenbauer vermitteln zukünftig in Düsseldorf Wissen über Demenz in verschiedenen Sprachen. Damit werden vorhandene Barrieren verringert. Kenntnisse über die Erkrankung und den Umgang mit den an Demenz erkrankten Menschen verbessert die Lebenssituation und den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit", sagte Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke bei der Zertifikatsübergabe.

Die Tätigkeiten der Brückenbauerinnen und -bauer sind Lotsenaufgaben und beinhalten keine eigenen Betreuungs-, Beratungs- oder Dolmetscherleistungen. Der Kontakt zu ihnen wird über den jeweiligen Träger oder Verein vermittelt, für den sie ehrenamtlich tätig sind: die Integrationsagentur der Familienglobus gGmbH der AWO Düsseldorf, die Alzheimer Forschung Initiative e. V., die Integrationsagentur des DRK-Kreisverbandes Düsseldorf, das Multikulturelles Forum e. V., der Verein Peywand e. V. sowie das  "zentrum plus" der Diakonie in Flingern.


 
Gruppenfoto im Anschluss an die Zertifikatsübergabe mit Bürgermeisterin Klaudia Zepunkte (4. v. l.) Mahnaz Airempoor (l.), Koordinatorin des „zentrum plus“ der AWO Flingern-Süd, und Ataman Yildirim, Mitarbeiterin der Integrationsagentur der AWO Familienglobus gGmbH, sowie den übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Qualifizierungskurses. (Foto: Stadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer)

Im Mittelpunkt der 30-stündigen Schulung standen unter anderem das Krankheitsbild Demenz, die Besonderheiten in der Kommunikation, die Situation der Angehörigen und die rechtlichen Aspekte. Die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten wurden von den Mitarbeitenden der Seniorenhilfe, des Pflegebüros, der Betreuungsstelle und von Referenten des Demenznetzes Düsseldorf vorgestellt. Zudem wurde den Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmern eine Hospitation in einem Betreuungsangebot des Demenznetzes Düsseldorf ermöglicht.

Das Projekt wurde initiiert vom Interkulturellen Demenz-Netzwerk Düsseldorf, eine Arbeitsgruppe von Expertinnen und Experten für Demenz und Migration, in der auch AWO-Mitarbeiter Ataman Yildirim seit langem aktiv ist.  Gemeinsames Ziel ist es, in Düsseldorf die Versorgungssituation für demenzerkrankte Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu verbessern. Das Interkulturelle Demenz-Netzwerk Düsseldorf und das Projekt "Brücken bauen" werden koordiniert von Peter Tonk vom Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf im Amt für soziale Sicherung und Integration, Telefon 89-22229.

Die Auflistung aller Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden Sie hier:

Weitere Informationen unter www.duesseldorf.de/demenz



Artikel erstellt am: 01.02.2017

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