
90 Jahre AWO - Großes Treffen ganz in Rot
Vom Shanty Chor bis zu Kanzlerkandidat Steinmeier, von der Johnny Cash Revue bis zu SPD-Chef Müntefering - mit großem Bühnenprogramm, pfiffigen Aktionen, hochkarätigen Rednern und zahlreichen Info-Ständen feierte die Arbeiterwohlfahrt Ende August in der Dortmunder Innenstadt ihr 90-jähriges Bestehen mit einem bundesweiten Bürgerfest für Jung und Alt.
Bei dem zweitägigen Festmarathon demonstrierte sich die AWO als sozialpolitischer Anwalt mitten im Leben. Aus ganz Deutschland waren zehntausende Mitglieder, Mitarbeiter und Ehrenamtliche angereist, um bei strahlendem Sonnenschein in der riesigen Zeltstadt dabei zu sein.
Auch aus Düsseldorf hatten sich zwei Busse mit Teilnehmern auf den Weg gemacht. Unter den Info-Ständen der Bezirks-, Kreis- und Ortsverbände gehörte der Düsseldorfer zu den interessantesten. Junge Friseure und Floristen, allesamt Auszubildende der Jugendberufshilfe im Berufsbildungszentrum (BBZ), demonstrierten live ihr Können: Kränze und Blumengestecke wurden angefertigt, viele Besucher ließen sich frisieren, die Fingernägel stylen oder kosmetisch beraten. Wer wollte, erhielt gegen einen kleinen Obolus eine Handmassage.

Auch Bernd Flessenkemper, Vorsitzender der AWO-Kreisverbandes Düsseldorf, ließ sich mit einer Handmassage am BBZ-Stand verwöhnen.

In Dortmund gingen nicht nur die Azubis aus der Abteilung Friseure (Foto oben) des Berufsbildungszentrums ans Werk. Auch die Floristen (unten) demonstrierten ihre beruflichen Fähigkeiten.

Auf der Hauptbühne sorgten derweil Musik und sozialpolitische Debatten für Kurzweil. SPD-Parteichef Franz Müntefering überbrachte die Glückwünsche der SPD. „Die AWO trägt dazu bei, die Gesellschaft zusammen zu halten“, so Müntefering. „Sie weiß, wie das geht, denn sie kann Solidarität organisieren.“

Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (Foto) dankte besonders den „stillen Helden des Alltags“. Hier seien vor allem die AWO-Beschäftigten in Behindertenwerkstätten und Seniorenheimen sowie alle Ehrenamtlichen zu nennen. SPD und AWO seien zum wechselseitigen Nutzen miteinander verbunden, betonte Steinmeier und ergänzte: „Die AWO ist das Programm des sozialen Fortschritts. Wir brauchen es dringender denn je.“

Der Präsidiumsvorsitzende des AWO-Bundesverbandes, Wilhelm Schmidt (rechts), hier mit Kanzlerkandiat Steinmeier, der Chefin der NRW-SPD, Hannelore Kraft (2. v.l.), sowie der Dortmunder Bundesabgeordneten Ulla Burchardt, hatte zum Festauftakt zu einem Empfang für 300 geladene Gäste ins Dortmunder Rathaus geladen. Die AWO werde sich immer politisch einmischen, so Schmidt. "Aktuell brauchen die Menschen Arbeit, die Sozialsysteme müssen solidarischer gestaltet und das Bildungssystem verbessert werden", forderte Schmidt.

Auch an dem bundesweiten Projekt „90 Stühle“ hat sich das Berufsbildungszentrum mit einem originellen Beitrag beteiligt: Das hölzerne Möbelstück aus der BBZ-Werkstatt bildet mit einer Rückenlehne in A-Form, einem Stützelement in W- und einer Sitzfläche in O-Form das Verbandskürzel nach. Wie auch die anderen in Dortmund ausgestellten Stühle soll die BBZ-Kreation im Dezember meistbietend für einen guten Zweck versteigert werden. Mit dem Erlös will man Kinder aus dem Hilfsprojekt "Tischlein deck dich" unterstützen.
Weitere Infos unter http://www.awo-ww.de/